Damit der Traum vom Eigenheim nicht platzt

Damit der Traum vom Eigenheim nicht zum Albtraum wird

Viele Probleme beim Bau oder Kauf eines Hauses lassen sich mit guter Planung vermeiden. Und wenn man weiß, worauf es ankommt.

Neben Ihrem Grundstück in idyllischer Lage entsteht auf einmal ein Supermarkt. Zwei Jahre, nachdem Sie in Ihr neu erbautes Haus eingezogen sind, zeigen sich dicke Risse in den Wänden. Jemand geht durch Ihren Garten und behauptet, das wäre sein gutes Recht – das sind Überraschungen, auf die man, wenn man sich ein Haus gekauft oder es gebaut hat, gut und gerne verzichten kann. Denn ein genauer Grundstückscheck zeigt Ihnen, ob die Lage für Sie geeignet ist. Auf der Gemeinde erfahren Sie, ob und was in Ihrer Umgebung noch gebaut werden darf. Und die Vereinbarung eines so genannten Haftrücklasses sichert Sie bei Gewährleistungsfragen ab. Schon im Vorhinein können Sie viele Maßnahmen setzen, damit der Traum vom Eigenheim kein Albtraum wird. Aber der Reihe nach.
 

Der Blick ins Grundbuch

Allfällige Belastungen (finanzielle oder so genannte Servitute wie etwa Wegrechte) sind im Grundbuch eingetragen. Im Grundbuchauszug sehen Sie auch die Fläche.

  • Diese Flächenangaben sind aber unverbindlich, solange sie noch auf Basis des so genannten Grundsteuerkatasters erfasst wurden. Eine hohe Rechtssicherheit (hinsichtlich der Grundstücksmaße und des Grenzverlaufs) bietet der Grenzkataster, in dem aber die Mehrzahl der Grundstücke noch nicht erfasst ist. Wenn Ihnen die genaue Quadratmeterzahl wichtig ist, dann sollte eine Neuvermessung des Grundstücks durch einen Ziviltechniker vereinbart werden.
  • Belastungen: Es kann durchaus Belastungen, etwa das vielzitierte Wegrecht, geben, die nicht im Grundbuch eingetragen sind. Dies ist dann der Fall, wenn sich ein so genanntes Gewohnheitsrecht (über die Jahre geübte Praxis) eingebürgert hat. Erkundigen Sie sich am besten in der Nachbarschaft. Ausgetretene Wege, die von Ihrem zukünftigen Nachbarn weg über das von Ihnen ins Auge gefasst Grundstück führen, können etwa ein Hinweis auf ein gewohnheitsmäßiges Wegrecht sein.

Der Grundstückscheck

Besprechen Sie bereits vor dem Kauf mit einem Baumeister oder Architekten, wie und ob das Grundstück für Ihre Bedürfnisse geeignet ist bzw. ob beim Bauen eventuell Probleme auftreten können. Liegt das Grundstück in einer Lawinen- oder Hochwassergefahrenzone? Wie ist die Beschaffenheit des Bodens? Ist das Grundstück aufgeschlossen? Bei abgelegenen Grundstücken ist vor allem die Frage interessant, ob die Leitungen für Wasser, Strom, Gas, Kanal in der zuführenden Straße sind. Wie sieht es mit dem Grundwasserstand aus? Bei Errichtung eines Kellers können bei hohem Grundwasser erhebliche Mehrkosten anfallen.

Klären Sie darüber hinaus die Vorschriften, nach denen auf Ihrem Grundstück gebaut werden muss. Im Flächenwidmungs- bzw. im Bebauungsplan, den Sie auf Ihrer Gemeinde bzw. manchmal auch schon im Internet einsehen können, ist z.B. die Bauklasse festgelegt, die bestimmt, wie viele Stockwerke Sie auf dem Grundstück errichten können. Wichtig ist auch die vorgeschriebene maximale Bebauungsdichte bzw. der Abstand zur Straße, den Sie einhalten müssen.

Lage und Umgebung

Die Infrastruktur und Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz sind offensichtlich. Nicht offensichtlich ist naturgemäß das, was noch nicht gebaut worden ist. Was darf in der unmittelbaren Nachbarschaft eigentlich gebaut werden? Sind mehrgeschossige Wohnbauten möglich oder gar Gewerbe- oder Industriebetriebe? Ist eine hochrangige Straße in der Nähe geplant? Welche Widmungen gibt es für die Grundstücke in der Umgebung? Erkundigen Sie sich darüber am besten ebenfalls bei Ihrer Gemeinde bzw. fragen Sie in der Nachbarschaft.

Die Absicherung beim Bauen

  • Wenn Sie mit einem Bauträger bauen, dann gibt es eine hohe Absicherung durch die Bestimmungen des Bauträgervertragsgesetzes.
  • Wenn Sie einen Generalunternehmer mit dem Bau beauftragen, dann haftet dieser für allfällige Fehler der von ihm beauftragten Subunternehmer. Sie haben also einen Ansprechpartner, an den Sie eventuelle Forderungen zu richten haben, und müssen sich nicht mit mehreren Auftragnehmern auseinandersetzen.
  • Zug um Zug zahlen: Legen Sie vertraglich fest, dass die Zahlungen nach Baufortschritt, also Zug um Zug, erfolgen.
  • Haftrücklass vereinbaren: Um sich bei später auftauchenden Gewährleistungsfragen abzusichern, kann ein Haftrücklass vereinbart werden. Damit behalten Sie als Bauherr einen bestimmten Prozentsatz der Auftragssumme zurück. Im Bauträgervertragsgesetz ist von mindestens zwei Prozent die Rede, empfohlen werden drei bis fünf Prozent der Auftragssumme. Diesen zurückbehaltenen Betrag müssen Sie erst dann zahlen, wenn innerhalb der Gewährleistungsfrist (drei Jahre bei unbeweglichen Gütern) keine Mängel aufgetreten sind.


In allen Finanzierungs- und Versicherungsfragen berät Sie beim Bau oder Kauf eines Hauses Ihr Raiffeisenberater. Wenn es um die Suche nach einem geeigneten Objekt geht, dann stehen Ihnen dafür die Raiffeisen Immobilienmakler in Ihrer Nähe mit Rat und Tat zur Seite.

Sie wünschen kompetente, persönliche Beratung?