Rechtsfragen zum Wohnungseigentum

Eigentumsbegriff bei Immobilien

Wenn es um den Bereich Wohnen geht, dann weicht der Eigentumsbegriff oft von dem ab, was man im Alltag darunter versteht.

Beinahe die Hälfte der 3,86 Mio. österreichischen Hauptwohnsitzwohnungen befindet sich im Eigentum. Aber was bedeutet der Begriff Eigentum eigentlich? Rein rechtlich gesehen ist Eigentum nicht gleich Eigentum und wo Eigentum draufsteht, muss nicht unbedingt das drinnen sein, was Sie sich vielleicht erwarten. Gerade beim Begriff des Wohnungseigentums weicht der juristische Begriff deutlich von dem ab, was man sich landläufig darunter vorstellt.
 

Alleineigentum

Alleineigentum ist für viele die ideale Form des Eigentums. Sie können auf Ihrem Besitz schalten und walten, wie Sie möchten. Schranken gibt es nur durch die Vorschriften der Bauordnung oder durch bestimmte Nachbarschaftsrechte. Wenn Sie ein Gartenhaus, ein Carport oder eine Garage errichten wollen, wenn Sie die Fenster blau streichen wollen oder z.B. Solarmodule auf Ihren Wänden anbringen, dann müssen Sie – abgesehen von allfälligen Behördengenehmigungen - niemanden fragen. Alleineigentümer sind Sie in einem "klassischen" Einfamilienhaus, das Ihnen zu 100 Prozent gehört. 
 

Miteigentum

Als Miteigentümer besitzen Sie einen bestimmten (prozentuellen) Anteil der Immobilie – also etwa ein Viertel, ein Drittel oder 50 Prozent. Für Umbauarbeiten oder sonstige Veränderungen benötigen Sie die Zustimmung der anderen Miteigentümer.
 

Wohnungseigentum

Nun zum eingangs erwähnten Begriff des Wohnungseigentums: Als Besitzer einer Eigentumswohnung sind Sie Miteigentümer der gesamten Liegenschaft und besitzen an dieser einen bestimmten prozentuellen Anteil. Damit ist das ausschließliche Nutzungsrecht für "Ihre" Wohnung verbunden. Bei Umbauarbeiten, vor allem, wenn es um Änderungen geht, die die Außenansicht betreffen, sind Sie auf die Zustimmung aller anderen Miteigentümer angewiesen. Das "Wohnungseigentum"  gilt übrigens auch für die meisten Reihenhäuser: Denn diese sind in der Regel auf einer einzigen Liegenschaft errichtet worden. Die einzelnen Reihenhäuser gelten demnach juristisch als Wohnungen.  Als Alleineigentümer eines Einfamilienhauses können Sie in Ihrem Garten etwa ein Gartenhaus aufstellen, ohne jemanden fragen zu müssen (ausgenommen etwaige behördliche Genehmigungen). Als Besitzer eines Reihenhauses brauchen Sie dagegen die Zustimmung aller anderen Miteigentümer der Liegenschaft.

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